Das Denkmal der Helden des Ghettos (der Platz der Helden des Ghettos, zur Zamenhof Straße heraus)
Am 19. April 1943 brach im Warschauer Getto Aufstand aus. Getragen wurde der Aufstand von der Jüdischen Kampforganisation unter der Leitung von Mordechaj Anielewicz, dem Jüdischen Militärverband und anderen Organisationen. Der Aufstand im Warschauer Ghetto war die Reaktion auf Heinrich Himmler Befehl über die Auflösung des Warschauer jüdischen Wohnbezirks im Rahmen der so genannten „Endlösung der Judenfrage“. Der Aufstand hatte seit Anfang keine Chancen auf einen Erfolg. Das war die Antwort auf das Erleben des Elends und die Steigerung der Wut auf die Deutschen. Der Kampf der Welt zeigen, dass die Juden kämpfen konnten und sich nicht widerstandslos wie „Lämmer zur Schlachtbank“ führen lassen wollten. Der Aufstand wurde für das ganze jüdische Volk zu einem bedeutendsten und symbolischen Ereignis. Am 16. Mai 1943 meldeten die Deutschen die Niederschlagung des Aufstands. Alle Beteiligten wurden sofort getötet oder in Vernichtungslagern deportiert. Der jüdische Wohnbezirk wurde dem Erdboden gleichgemacht.
1946 inmitten der Trümmer des jüdischen Wohnbezirks wurde das erste Ehrenmal errichtet – eine runde Steinplatte, waagrecht im Geländeniveau eingelassen, nach dem Entwurf des Architekten Leon Marek Suzin. Es wurde am 16. April 1946 enthüllt.
1947 wurde vom jüdischen, in Warschau geborenen Bildhauer Nathan Rapaport in Zusammenarbeit mit Leon Marek Suzin ein Ehrenmal aus schwedischen Labradoritblöcken, die von Reichsminister Albert Speer zur Errichtung eines Siegesdenkmals bestimmt waren, in heutiger Gestalt entworfen. Die Enthüllung erfolgte am 19. April 1948.
Das Ehrenmal besteht aus einer elf Meter hohen steinernen Stele mit einer bronzenen Skulpturgruppe in der Mitte, flankiert von zwei bronzenen Menorahs. Eine Kopie der Skulpturgruppe befindet sich im Yad-Vashem-Museum in Jerusalem. Auf der Rückseite der Stele befindet sich ein Flachrelief mit der Darstellung des Zuges der Holocaust-Opfer.
Weltweite Medienpräsenz erfuhr das Ehrenmal im Dezember 1970 durch den Kniefall von Warschau. Der Kniefall war eine Demutsgeste im Rahmen der von Willy Brandt und seiner Regierung betriebenen Ostpolitik am Ehrenmal für die Toten des Warschauer Ghettos. Es war eine Geste mit der Bitte um Vergebung für die deutschen Verbrechen des Zweiten Weltkriegs.