Gedankentafel von Mitgliedern der Belegschaft aus der Sprengstoffe-Fabrik AK „Kinga“
Im Kellergeschoß des Hauses an der Solec 103 Straße befand sich der geheime Produktionsbetrieb von Ammoniumnitrat für die Sappeur-Truppen im AK-Präsidium, unter Tarnname „Kinga“. Die Produktion von Sprengstoffen war ein besonderer, gefährlicher und schwieriger Teil des Kampfes gegen die Nazis. In den Jahren 1943 – 1944 herstellte die Belegschaft „Kinga“ ca. 4 Tonnen von Ammoniumnitrat. Das war hervorragender Ersatzsprengstoff, der sich durch einfache Herstellung charakterisierte. Der Produktionsbetrieb wurde von Ingenieurin Janina Szabatowska „Janka“ organisiert, die ihn mit Pausen bis die Hälfte des Monats Januars 1944 leitete. Zwischendurch ausübte die Aufsicht über „Kinga“ der Hauptman, Ingenieur Czesław Sudlitz „Kalina“, der im Februar 1943 von Janina Szabatowska die Leitung der Herstellung von Sprengstoffen für die Sappeur-Truppen übernahm. Das Gewerbe wurde von Eleonora „Magda“ Herdegen geleitet. Für wirksame Tarnung organisierte man im Keller die Produktion von Waschmittel, die von dem Konspirationsaktivist Dr. Jan Tabeau aus Pionki geleitet wurde. Der Ende des Produktionsbetriebes erfolgte am 6. April 1944,als er unerwartet von Gestapo angegriffen und aufgelöst wurde. Die Nazis waren hervorragend vorbereitet, verstellten Notausgänge, aber es ist bis heute nicht bewusst, wer „Kinga“ verriet. Im blutigen Kampf litten allen Mitfliegern der Belegschaft, die Gruppe von 17 bis 19 Personen –wurde ums Leben gekommen oder wurde verhaftet.